Nordseeküste
Postleitzahl:
26506
Land:
Deutschland
Bundesland:
Niedersachsen
Regierungsbezirk:
Landkreis:
Aurich
Unter Bewohnern werden Sicherheit und Lebenshaltungskosten am besten bewertet, während Bildung sowie Wohnen die niedrigsten Bewertungen erhalten.
Die Stadt (das Städtchen) war, so denke ich, bis in das frühe 20. Jahrhundert sicherlich nicht ganz unattraktiv, wurde dann aber durch Industrialisierung in anderen Gegenden Deutschlands nicht nur wirtschaftlich sondern auch sozial und kulturell weit abgehängt und hat es bis heute nicht geschafft, sich irgendwie aus dieser Misere zu befreien. On top wurde in den 1970er Jahren auch noch ein grosser Teil (ca. 30%) der erhaltenen historischen Innenstadt abgerissen, um für ein "innovatives" Modellbauvorhaben Platz zu machen (6-8-stöckige Wohnblocks ohne Charme, mittlerweile soz. Brennpunkt). Die Arbeitslosigkeit ist erhöht (in den 1980/90er Jahren betrug sie teilweise über 20%), heutzutage liegt sie "nur noch" ca. 35% über Bundesdurchschnitt. Viele arbeiten jedoch im Niedriglohnsektor (Tourismus/Pflege/Soziales), die Branchenvielfalt ist sehr eingeschränkt. Bildungstechnisch sind bis auf Hochschulen zwar alle Schulformen vorhanden, die allermeisten, schätzungsweise 85% der "besser-/höher-"beschulten, verlassen Norden aber, sobald sie ihren Abschluss in der Tasche haben, die meisten kommen auch nicht zurück, so dass nicht gerade eine intellektuelle Elite die Stadt bevölkert. Meine Theorie ist auch, dass viele der Personen, die zuziehen, um hier die höheren Berufe und Ämter zu bekleiden, nicht unbedingt zu den Spitzenabsolventen ihres Jahrganges gehörten, und sich ihnen nichts besseres bot, als eben eine Stelle in Norden anzunehmen. Wenn von Brain-drain die Sprache ist, müsste Norden also in jeder Fallstudie auftauchen. Seit der Zeit nach dem 2. WK hat sich die Stadt um ca. das Vierfache in der Fläche ausgedehnt, ist aber nur von ca. 23.000 auf 26.000 Einwohner angewachsen. Wie kann das sein? Es wurde alles mit überwiegend architektonisch nichtssagenden, uniformen, rotverklinkerten Einfamilienhäusern zugebaut. Diese sorgen nicht nur dafür, dass sich kein urbanes Leben entwickeln kann (bzw. dass es in den letzten Jahrzehnten immer mehr zum erliegen kam), sondern auch dafür, dass der Stadt und ihren Einwohnern diese Wohnbaupolitik nun um die Ohren fliegt, und das ausgedehnte Strassen- und Versorgungsleitungsnetz nicht mehr richtig in Stand gehalten werden kann und die Abgaben hierfür sehr hoch sind. Trotzdem werden weiterhin neue Baugebiete in alter Form ausgewiesen, nochmehr grüne Wiese bebaut. Zudem stiegen in den letzten Jahren die Wohnungsmieten auf Höhen, bei denen man wirklich nicht mehr weiss, ob man lachen oder weinen/schreien möchte, nicht zuletzt weil finanzkräftige Personen, besonders aus NRW, hier viele Immobilien aufkaufen um diese dann im Billigtourismus-Geschäft als Ferienwohnungen zu vermieten, was mich daran denken lässt, dass besonders im Winter einige Strassen/Stadtviertel, besonders der Stadtteil Norddeich, wie ausgestorbene Geisterstädte erscheinen. Positives: Wahrscheinlich mit die beste/reinste Luft in deutschen Gefilden, trotz Vervielfachung des Autoverkehrs in den letzten Jahren, nicht zuletzt wegen der Touristen, die hierher kommen, um die Luft und Ruhe zu geniessen, durch ihr gänzlich hirnamputiertes Verhalten aber dafür sorgen, dass genau dieses stark beeinträchtigt wird (ich meine mich erinnern zu können, dass die Stadt selbst sich mal als fahrradfahrer- und fussgängerfreundlich bezeichnete), hübsches Stadtbild in der Innenstadt, bei dem man sich vorstellen kann, wie Norden heute aussehen könnte, hätte man nur irgendetwas in den letzten 70 Jahren richtig gemacht, für die Grösse und Randlage der Stadt eine gute Bahnverbindung, über die man schnell die Stadt in Richtung Zivilisation verlassen kann. Sonst eigentlich nichts :P Fazit: Nicht empfehlenswert, es sei denn man ist äusserst einfach gestrickt und hat fast gar keine Ansprüche an's Leben