HAMM
Ruhrgebiet
Postleitzahl:
59065
Land:
Deutschland
Bundesland:
Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk:
Reg.-Bez. Arnsberg
Landkreis:
Hamm, Stadt
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Was sagen die Bewertungen?
Unter Bewohnern werden Verkehr & Transport und Bildung am besten bewertet, während Gastronomie & Nachtleben sowie Sicherheit die niedrigsten Bewertungen erhalten.
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Freitag der 29.10.2019 / 13.22 Uhr Ich betrete die Weststraße und noch im selben Moment höre ich eine unangenehme laute Musik. Ich guck mich um und sehe ein paar dunkel-gekleidete Jugendliche mit einer Musikbox, die sich lautstark unterhalten. „Ich stech dich ab!“ ist alles was ich von dem Text des Liedes (offenbar Deutsch-Rap) mitbekomme. Schon jetzt fühle ich mich unwohl und erinnere mich daran, wie ungerne ich durch die Hammer Innenstadt laufe. Der Markt direkt hinter mir erfüllt zwar meine Nase noch mit einem angenehmen Duft, doch das Grau in Grau der langen leer wirkenden Weststraße nimmt mir diese Positive Wahrnehmung aus meinem Gedächtnis und bringt mich wieder in das hier und jetzt. Ich blicke mich erneut um und achte auf die Menschen, die mir entgegenkommen. Neben der recht einfach gehaltenen Kleidung der Leute fällt mir auf, dass einzelne Personen, mit gesenktem Kopf eilig durch die Straße laufen, während größere Gruppen, welche weitaus mehr auffallen sich langsamer bewegen und die Blicke aufeinander fokussieren. Das Restaurant Westend zu meiner Rechten wirkt zwar nicht sonderlich einladend, vermutlich weil ich recht negative Erinnerungen mit diesem Lokal assoziiere, jedoch fallen mir leuchtend-blütende Blumen auf, die mir ein Lächeln auf mein Gesicht zaubern; ein wohl letztes Lächeln, auf meinem Weg durch die Weststraße. Ich gehe weiter und erblicke ein Kunstgebilde. Zu erkennen sind mehrere menschliche Körper, die kreisförmig angeordnet sind. Ihre Textur und Farblosigkeit wirken so trostlos, wie der unebene graue Boden, der wohl noch aus dem letzten Jahrhundert stammt. Ich blicke eine Weile auf die Figuren und versuche, eine Aussage hinter diesem Objekt zu erkennen, da mich Kunst eigentlich interessiert, doch mehr als ein unangenehmes Gefühl, kommt bei mir nicht an, weshalb ich beschließe weiterzugehen. Ich stehe nun vor einer Kreuzung, an der eine Straße die Fußgängerzone durchquert; recht ungewöhnlich, aber nicht weiter schlimm, würden die Autos denn bei rot auch anhalten. Ein weiteres Auto drängelt sich jedoch dazwischen und ich ertappe mich dabei nicht einmal mehr verwundert darüber zu sein. „Hamm halt…“ denke ich mir nur. Währenddessen sehe ich auch einen gelben Elefanten, das Wahrzeichen von Hamm. Auch wenn ich den Hintergrund nicht ganz verstehe, erachte ich persönlich die Wahl der Figur und die Verteilung mehrerer Statuen in ganz Hamm als eine gute Idee, würde sich nur dieses spezielle Gelb des Elefanten in der Weststraße nicht mit der gesamten Kolorierung der Umgebung kontrastieren. Alles ist grau und braun, doch dieser Elefant, der leuchtet Gelb und somit wirkt der Rest der Straße nur noch trostloser und uneinladender. Nach dem überqueren der Kreuzung fällt mir auf, dass ich bis jetzt noch von keinem einzigen Bettler angesprochen wurde. Ein neuer Rekord, wenn man bedenkt, dass ich vorher noch nicht ein einziges Mal durch die Innenstadt laufen konnte, ohne mindestens 2 Mal nach Geld gefragt worden zu sein. Ich komme an einer weiteren Statue vorbei. Diesmal ist es eine Miniatur-Nachbildung von Hamm; natürlich in Grau. Direkt fällt mir die verbogene und abgebrochene Spitze des Kirchturms auf. Ich frage mich, ob die Hammer Innenstadt überhaupt ansprechend wirken will, wenn sie nicht einmal bemerkt, dass ihre Kunstobjekte auf der Haupt-Einkaufsstraße beschädigt sind. Wieder beschleicht mich ein Gefühl von Trostlosigkeit. Es wirkt als wäre Hamm eine einzige Idee gewesen, die noch während der Umsetzung abgebrochen und aufgegeben worden wäre. Nun geht neben mir eine weitere Gruppe lautstarker Jugendlicher einher. Sie verhalten sich rücksichtslos und werfen Müll auf die Straße, auch wenn in unmittelbarer Entfernung ein Mülleimer stand. Generell fällt mir auf, dass überall Müll auf dem Boden liegt, besonders direkt unter den Mülleimern. Es wirkt verdreckt und siffig. Während ich meine Aufmerksamkeit auf die Einkaufsläden der Straße fokussiere fällt mir besonders auf, dass einige Läden leer stehen, jedoch noch Überbleibsel, wie Teile von Schaufensterpuppen zurückgelassen wurden. Ein unangenehmer wenn auch amüsant passender Anblick. Erst jetzt fällt mir das eigentlich traumhafte Wetter auf. Es herrscht strahlend Blauer Himmel und für diese Jahreszeit eine recht angenehme Wärme. Schade nur dass die hohen Häuser das meiste davon verdecken. Ich gehe nicht gerne durch die Einkaufsstraße in Hamm und ich habe auch keinen Grund dazu. Falls ich etwas brauche, bekomme ich alles Nötige im Allee-Center und alternativ kann ich mit einem Zug nach Münster fahren. Dort wirkt es wenigstens so, als sei man willkommen und man kann den Stress des Alltags vergessen. Die Weststraße in Hamm jedoch vermeidet man besser.
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